Baumbluetenfest in Werder/Havel 2004

>>> vor

Vom 23.-25. April 2004 besuchten wir unsere Freunde vom Spielmannzug Werder/Havel, um
über das Wochenende einiges mit ihnen gemeinsam zu unternehmen.

 

Leider konnten nicht alle unsere Mitglieder dabei sein, einige Kinder mussten aus persönlichen Gründen zu Hause
bleiben. Und so fuhren wir notgedrungen mit einer ganz kleinen Truppe, um nicht zu sagen Notbesetzung los.




Bei der Hinfahrt auf dem Rastplatz wurde wie immer geshopt, gegessen und rumgeflachst.


Die Stunden im Bus vergingen im Fluge, und so kamen wir einigermaßen zeitig in Werder/Havel an. Wie im letzten Jahr sollte

Lutz
     
uns betreuen.  Er nahm uns wieder am Autobahnzubringer in Empfang, um uns ins Inselparadies Petzow,
einer Erholungseinrichtung der Kietz für Kinder und Jugendliche zu lotsen, in der auch viele Musikzüge ihre
Trainingslager durchführen.

     

Von wenigen Stunden abgesehen, stand uns Lutz dann am WE rund um die Uhr zur Verfügung. Bei der Ankunft gab es
belegte Brötchen und so konnten wir uns mit vollem Magen einrichten. Dann ging es noch einen Augenblick an die
frische Luft. Unsere Minderjährigen standen vor der Tür und sangen aus voller Brust. Und dann hieß es ab zu Bett.
Gegen 1 Uhr war völlige Ruhe, nur ein paar Erwachsene unterhielten sich bis etwa 3 Uhr im Aufenthaltsraum.

  

Um 7 Uhr war Wecken, und wie soll es auch anders sein, wenn man die Uniform schon anziehen muss? -
Kurz darauf spielten bereits die ersten Trompeten und weckten alles, was noch schlief.

 

Mit Musik machten wir uns dann auch auf den Weg zum Speisesaal,
und nach einem reichhaltigen Frühstück wartete die Arbeit *grins*. 

Mit dem Bus fuhren wir zum Frischemarkt in Werder/Havel, um dort ein Konzert
zu geben, und damit unser Mittagessen zu verdienen.

Der Vormittag ging damit drauf.

     
Glücklicherweise blieb es trotz verhangenem Himmel trocken; aber dafür war es windig und lausig kalt.

 Doch wir hielten durch und waren wie fast immer auch noch recht vergnügt
dabei,  wie man auf den folgenden Bildern deutlich sieht.



Wie sagt man doch so schön? - Gemeinsames Leid, ist halbes Leid.

     
Kevin hatte seine Jacke in der Unterkunft vergessen; aber Rainer stiftete ihm dann seine und fror für den Jungen.

              

Nicht so vergnügt wie die anderen war Timo. Ihn hatte es böse erwischt: Ziemlich hohes Fieber, Hals- und
Ohrenschmerzen plagten ihn, und das sollte sich das komplette Wochenende nicht mehr ändern.
Aber nur in musikfreien Zeiten war es ihm anzumerken, dass es ihm schlecht ging.


Bei den Einsätzen trommelte er, wie wir es von ihm gewöhnt sind. Allerdings durfte er sich auch
warm anziehen. Sah witzig aus mit dickem Mantel und Schal um den Hals, wo
er sonst sogar im Winter manchmal im T-Shirt rumläuft.

   
Doch auch der Rest schlug sich tapfer. Unsere Einsätze waren ja nicht nur erschwert, weil wir reduziert waren, sondern nebenbei konnte Vera nach einem Fahrradunfall kaum laufen, während Helga mit Ausnahme von
Fieber fast so erkältet war wie Timo. Und Anja und Tina wurden von bösen Kopfschmerzen geplagt, die einfach
nicht einzudämmen waren und erst am Sonntag Ruhe gaben. Das tat aber unserer Stimmung keinen Abbruch.


Während des Konzertes kam dann auch Rolf Schreiber, der Leiter vom Spielmannzug Werder/Havel und
Berufsmusiker im Polizeiorchester, mit seiner Enkeltochter vorbei, um uns zu begrüßen.

Glücklicherweise hörte man unserer Musik die Blessuren durch fehlende und kranke Mitglieder
so gut wie gar nicht an dank dem erhöhtem Einsatz der restlichen Spieler.


Pausenfüller: Janin versucht sich an der Pauke

Nach getaner Arbeit auf dem Frischemarkt gab es lecker Essen!
  

Das wärmte uns etwas...

auch wenn wir es draußen einnehmen mussten.

  

   
Im Anschluss bummelten wir ein halbes Stündchen durch die Geschäfte oder wärmten uns im Bus auf.
Wir wussten ja, dass es noch weitergeht:

Sammeln für den Festumzug des Baumblütenfestes war angesagt.
    

Und das hieß für uns auf den Beinen bleiben bis etwa 15:00 Uhr und marschieren.

"Arme Vera," dachte Tina, setzte sie in die Mitte und sagte ihr, dass sie wenigstens den Gleichschritt außer Acht
lässt, um ihr Knie nicht unnötig zu belasten. Aber Vera lief meist doch im Gleichschritt und spielte ihre Trompete, obwohl sie das verletzte Bein dabei steif hielt. Und trotz der Schmerzen verging ihr das Lächeln nicht: 

Zweite Reihe in der Mitte.

Was dann kam, war die helle Freude; denn die Menschen in Werder/Havel
wissen die Leistung von musikalischen Kindern und Jugendlichen zu schätzen.

   

Wer unsere Seiten vom Karnevalsumzug in Düsseldorf gesehen hat, dem sei an dieser Stelle gesagt,

dass der Festumzug in Werder/Havel fast genauso fröhlich ist. Er führte uns auch durch Menschenmassen.

   

Der Zuspruch aus dem Publikum, zu dem kräftiger Applaus im Marschieren gehörte, verursachte Gänsehäute.



    

In Norddeutschland erlebt man nämlich nicht gerade oft begeisterungsfähiges Publikum.

    

Das Baumblütenfest ist mit etwa 500 - 750.000 Besuchern das zweitgrößte Volksfest
in ganz Deutschland, gleich hinter dem Oktoberfest in München.

Dieses Jahr fiel der Umzug größer aus; denn zum 125. Jubiläum nahmen 58 Gruppen mit über 2000 Menschen teil.

      


    

Unterwegs wurden unseren beiden Kleinsten wiederholt Süßigkeiten zugesteckt, und es wurden überall Äpfel verteilt.

   

Wie beim Karneval im Rheinland waren überall fröhliche Menschen, die auch auf Balkonen standen und aus Fenstern guckten.

Der Unterschied zum Karneval war nur dass sie nicht helau riefen, sondern klatschten, fotografierten und filmten.

    

Und besonders unsere erste Reihe musste herhalten, wenn man ihnen die Kameras direkt vor
die Nase hielt und auf diese Weise unseren Marschweg behinderte. 



In einer Marschphase ohne Musik, stellte sich uns plötzlich der rasende Reporter mit seinem Motorrad
quer in den Weg: "Ihr bleibt hier stehen, Euch will ich jetzt erst mal spielen hören."

   
Natürlich ließen wir uns nicht lumpen, wir kamen ja ohnehin nicht an ihm vorbei *grins*

Unsere beiden Kleinsten waren wie immer ein Renner beim Publikum. Kurz nach dem Stop durch den rasenden Reporter wurde Janin von einem Fernsehteam aufgenommen, während ein Journalist Laura den Weg versperrte, um ein Foto zu schießen. Obwohl Laura das sonst vehement ablehnt, nannte sie dem Reporter ihren Namen, damit sie
auf ihren Platz zurück laufen konnte (er versperrte ihr ja den Weg). Keck kam ein deutliches "LAURA" von ihr und
dann schob sie den Mann halbwegs zur Seite und tippelte an ihm vorbei in die vorderste Reihe.

Gegen 14:30 Uhr wurden wir plötzlich von der Straße auf den Marktplatz gelotst. Dort saß bereits das
Polizeiorchester, und der SZ Werder/Havel wartete auf uns für ein musikalisches Stelldichein. Zwischendurch stellte der rasende Reporter auf dem Marktplatz die einzelnen Gruppen vor, was auf einer Leinwand übertragen wurde. 

Nach uns marschierte der Fanfarenzug Potsdam auf den Platz. Ein großer Haufen Fanfarenbläser und Trommeln,
der mit wirbelnden Trommelschlegeln, Naturfanfaren und Showeffekten einen tollen Rock´n Roll hinlegte.

    

Ein Weilchen später kamen auch unsere Freunde aus der Partnerschaft Rathenow dazu,
das Schalmeienorchester "Rathenower Optis".
   

Für die Potsdamer war es wohl ein wenig eng, so dass sie abmarschierten;
aber die restlichen Musikzüge spielten ein Weilchen noch abwechselnd auf.

    

Seit dem letzten Toilettengang war einige Zeit verstrichen, und so drückte am Ende ganz schön die Blase. Es war ein
Segen, dass wir gegen 15 Uhr endlich abmarschieren konnten. Und trotz platter Füße, Müdigkeit und voller
Blase zeigte unsere Jugend noch pure Lebensfreude. Wir sind stolz auf eine unglaublich motivierte Gruppe.


Das Musikkorps Rendsburg nach etwa 5 Stunden Einsatz beim Festumzug und Konzerten .

Allerdings sollte uns das Lachen dann doch noch ein wenig vergehen: Als Lutz unseren Busfahrer ranholen
wollte, der uns am Rande das Baumblütenfestes abholen sollte, um uns in die etwa 5 km entfernte Unterkunft
zu bringen, mussten wir feststellen, dass er eine verkehrte Handynurmmer abgespeichert hatte.

Da gingen die Gesichter doch ein wenig in den Keller. Aber Lutz wusste wenigstens, wo der Busfahrer parkte,
und wollte ihn holen. Wir sollten irgendwo in der Stadt warten; aber das kam gar nicht in die Tüte. Mitgehangen -
mitgefangen machten wir uns gemeinsam auf den Weg. Lieber noch  einen Marschweg, als sich irgendwo die Beine
in den Bauch zu stehen. So machten wir uns also geschlossen auf den Weg zum gut 1 km entfernt liegenden
Freizeit- und Bowlingcenter, an dem der Bus parken sollte.

Die Panne war ja nicht zu ändern, und so waren alle fröhlich ihrer Pause entgegen gehen zu können.
Unterwegs wurde gesungen und geflachst. Und dann folgte das Glück nach dem Unglück: Eine Pferdekutsche
kam vorbei, und Stefan - gar nicht maulfaul - sprang ihr in den Weg und bat darum uns mitzunehmen. Es war ein 
netter Kutscher, er ließ und aufspringen und so erreichten wir kurz darauf mit Hufgeklapper und Schaukeln unseren Bus. 

Eine Handvoll Senioren hatte allerdings den Anschluss verpasst und musste zu Fuß hinterher dackeln. Der beste
Busfahrer der Welt, Herr Käselitz, war dann auch gleich zur Stelle, um uns in die Unterkunft zu bringen.
Offengestanden war es schon eine Erlösung endlich wieder sitzen zu können.

    

Eine gute Stunde ruhten wir uns im Inselparadies Petzow aus - jeder auf seine Weise. Dann ging es weiter.
Schließlich wollten wir ja auch noch über die Baumblüte bummeln. Gesagt getan: In 3er bis 5er Gruppen aufgeteilt
sahen wir uns um. Die Füße trugen uns zwar kaum noch; aber es war schön. Wenn nur nicht Petrus uns noch eine
fette Dusche verpasst hätte. Aber die hatten wir schon den ganzen Tag erwartet, und so tat das unserer Freude
auch keinen Abbruch. Was uns nicht tötet, härtet uns ab! 



Unterwegs in Zivilklamotten wurden ein paar unserer Jugendlichen von Baumblütenbummlern auf ihre Leistung
angesprochen und gelobt. Es ist zwar kaum zu glauben, dass es Menschen gibt, die sich Gesichter aus den
Reihen eines vorbeimarschierenden Musikzuges merken und Stunden später im Getümmel eines Stadtfestes
wiedererkennen; aber ich habe es in einem Fall selbst mitbekommen. Als wir uns in einem Geschäft eine
Flasche Werder Ketchup kauften, wurde Timo, der hinter mir stand, vom Verkäufer angesprochen und gelobt.
Mir fiel der Kiefer runter, so baff war ich.



Eigentlich wollten wir vom Baumblütenfest zu Fuß zum Bowlingcenter gehen, wo wir zum Grillen



und gemütlichen Beisammensein eingeladen waren.



Dort sollte der Bus uns erst um 23 Uhr abholen. Doch Herr Käselitz bestand darauf uns am Rande des Getümmels abzuholen. Und so konnten wir uns nach unserem Baumblütenbummel im beheizten Bus wieder aufwärmen, bevor
wir beim Grillen im Freien die nächste Kältedusche bekamen. 

>>> Fortsetzung

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 



Gratis Homepage von Beepworld
 
Verantwortlich für den Inhalt dieser Seite ist ausschließlich der
Autor dieser Homepage, kontaktierbar über dieses Formular!